FREIWILLIGE FEUERWEHR KIRBERG
 
Sonntag, 05. September 2010
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5.000 Stunden für Umbau und Sanierung des Kirberger Feuerwehrhauses

Der erste Bauabschnitt ist vollendet und ein Jahr voller engagierter Arbeit liegt hinter den Kirberger Feuerwehrleuten. Lange hatten die Aktiven der Feuerwehr Kirberg darauf gewartet, nun ist ein Teil bereits geschafft: Mitte März 2010 konnte die erste Jahreshauptversammlung in den umgebauten und neu ausgestatteten Räumen des Feuerwehrhauses am Heringer Fahrweg stattfinden.

 

Axel Schäfer, der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, gab bei der Versammlung einen Überblick über die Eigenleistung der Mitglieder, die sich seit 2008 tatkräftig für den An- und Umbau des Feuerwehrhauses engagieren.

Wehrführer Arndt Preußer ergänzte die genauen Zahlen: 4.437 Stunden wurden in 2009 neben dem eigentlichen Feuerwehrdienst für die Umbauarbeiten am und im Feuerwehrhaus aufgewendet. Zusammen mit den Vorarbeiten, die bereits in 2008 begonnen hatten, kommt  so eine Zahl von rund 5.000 Stunden zusammen. Und damit sind die Arbeiten noch nicht abgeschlossen: 2010 steht der Anbau mit Atemschutz- und Gerätewerkstatt an. Insgesamt wurde bisher ein Bauvolumen von 870 Kubikmetern und 210 Quadratmetern Grundfläche umgebaut und saniert. Dabei konnte die geplante Bauzeit von einem Jahr ebenso wie der Kostenrahmen eingehalten werden.

Am 24. Januar 2009 hatte Bürgermeister Norbert Besier den offiziellen Startschuss für den ersten Bauabschnitt gegeben. Dieser umfasste den Umbau des bestehenden Gebäudes unter Einbezug der angrenzenden, nicht mehr benötigten Räume des gemeindlichen Bauhofs.

Bereits Ende 2008 hatten die Feuerwehrmitglieder mit den Vorbereitungen für die Baumaßnahmen begonnen. Dazu gehörten das Ausräumen des Feuerwehrhauses, der Umzug der hünfeldenweiten Atemschutzwerkstatt in einen auf Kosten des Feuerwehrvereins beschafften Container und die Raumplanung durch verschiedene Arbeitsgruppen.

Im ersten Bauabschnitt war unter anderem die Vergrößerung des Schulungsraums von 40 auf 75 qm vorgesehen, ergänzt durch die Einrichtung einer neuen, zweckmäßígen Teeküche. Notwendig geworden war diese Erweiterung durch die inzwischen auf über fünfzig gestiegene Zahl an Aktiven in der Einsatzabteilung sowie fast vierzig Jugendliche in der Jugendfeuerwehr. Die Umkleideräume und die Toiletten reichten 25 Jahre nach dem Einzug im Jahr 1984 für die große Anzahl der Aktiven und Jugendlichen ebenfalls nicht mehr aus, vor allem auch unter Berücksichtigung eines Frauen-Anteils von derzeit fast 20 Prozent und einer Jugendfeuerwehr, die zur Hälfte aus Mädchen besteht. Zudem wurde ein separates Büro erforderlich, denn in den vergangenen Jahren hat die Verwaltungsarbeit für die Wehrführung beständig zugenommen; für die Arbeit mit dem hessenweiten Programm „Florix“ ist auch ein Internet-Zugang zwingend erforderlich.

Im Januar 2009 konnte mit den Abbrucharbeiten begonnen werden. Fast alle Samstage des Jahres, manchen Übungsabend am Dienstag und viele zusätzliche Stunden verbrachten die Helfer ab dann auf der Baustelle.

Nach dem Umzug der Umkleide-Spinde in die Fahrzeughalle konnten die Entkernungsarbeiten beginnen. Die Dachisolierung musste entfernt und die Entwässerung neu gestaltet und ausgeschachtet werden. Dabei lagen die Feuerwehrleute immer im – nicht vorhandenen – Zeitplan, denn die Handwerker der vergebenen Gewerke wie Fensterbau, Estrich, Verputz, Dachdecker und Fliesenleger mussten nie warten. Selbst der Urlaub wurde von einigen Feuerwehrkameraden investiert, beispielsweise um etliche Kilometer Kabel zu verlegen – rechtzeitig bevor die Verputzer anrückten.

Auch die Maurer-, Installations-, Elektro- und Isolierungsarbeiten sowie im Anschluss der gesamte Innenausbau wie Decken, Tapezier- und Malerarbeiten, Türzargen und Beleuchtung wurde in Eigenleistung durchgeführt.

Im Bereich des neuen Schulungsraums mussten zwei große T-Träger eingezogen werden, was dem Architekturbüro anfangs etwas Kopfzerbrechen bereitete. Doch mit Hilfe von Gabelstapler und Lkw-Kran konnte auch dies von den Feuerwehrleuten bewerkstelligt werden. Die Träger wurden nacheinander in die Höhe gehievt und durch zwei zuvor gebrochene Öffnungen in der Giebelwand von vorn in das Dach eingeschoben. Mit „Manneskraft“ wurden sie dann Stück für Stück an Ort und Stelle gerückt.

Als im Spätsommer der Estrich trocknen musste und zeitweise keine größeren Arbeiten möglich waren, wurde begonnen, die Böschung hinter der Fahrzeughalle sowie den daneben liegenden Grünstreifen zu roden – vielleicht eine paar Tage zu früh, aber die Arbeitskräfte standen zur Verfügung und hätten dies zu einem späteren Zeitpunkt sowieso machen müssen. Zum Ende der Kälteperiode in 2010 konnte der Gemeindebauhof dadurch direkt mit den Baggerarbeiten beginnen, denn zum einen soll hinter der Fahrzeughalle der Werkstatt-Anbau entstehen, zum anderen verläuft dort der vorgeschriebene Fluchtweg aus dem Schulungsraum.

Nachdem im November 2009 die Umbauarbeiten im Kirberger Feuerwehrhaus soweit fortgeschritten waren, dass bereits die Liefertermine für Küche und Büromöbel festgelegt werden konnten, gab Bürgermeister Norbert Besier dem Feuerwehrverein „grünes Licht“ für das Ausrichten des Brezelwürfelns an Silvester in den neuen Räumen.

Zuvor erfolgte am 19. Dezember eine offizielle Baustellenbesichtigung, bei der sich der Bürgermeister, Gemeindevorstand und Gemeindevertreter vom positiven Verlauf der Bauarbeiten überzeugen konnten. Bürgermeister Norbert Besier lobte die harmonische Zusammenarbeit zwischen den engagierten Mitgliedern der Feuerwehr, dem Architekturbüro Müller aus Villmar und den beauftragten Firmen. Vor allem Herbert Weiser als Koordinator für die Eigenleistungen hatte als Ansprechpartner für alle Seiten immer zur Verfügung gestanden. Ebenso hatten sich Wehrführer Arndt Preußer und Vereinsvorsitzender Axel Schäfer sehr intensiv in die Planung und Organisation eingebracht.

Auf insgesamt 365.000 Euro beliefen sich die Gesamtkosten des ersten Bauabschnitts, die durch die Eigenleistung der Feuerwehr in Höhe von 47.000 Euro wie geplant eingehalten werden konnten. 98 Tage, meist Samstage, verbrachten die Helfer auf der Baustelle, zusätzlich wurden viele Arbeiten in kleineren Teams nach Feierabend oder im Urlaub erledigt. Im Verlauf der Arbeiten war der Eigenleistungsanteil noch einmal erhöht worden; so durften zum Beispiel auch die Maurerarbeiten selbst ausgeführt werden. Hier beteiligte sich unter anderem als Vertreter der Alters- und Ehrenabteilung der ehemalige Wehrführer und gelernte Maurer Manfred Seel gerne an den Arbeiten.

Auch einige Jugendfeuerwehrmitglieder hatten sich engagiert gezeigt. Vor allem Till Wenzhöfer und Dominik Feulner gingen mit gutem Beispiel voran, fehlten kaum einen Samstag auf der Baustelle und packten überall tatkräftig mit an.

Und noch andere positive Auswirkungen brachten die Bauarbeiten mit sich: Hatte sich der Vater eines Jugendfeuerwehrmitglieds zunächst nur als freiwilliger Helfer beteiligt – und dabei viele Stunden mit dem Anbringen der Glasvliestapete und Malerarbeiten verbracht –, ist er zwischenzeitlich als aktives Mitglied in die Einsatzabteilung eingetreten.

Wenn auch heute noch kleinere Arbeiten fertigzustellen sind, freuen sich die Aktiven schon auf den Beginn des zweiten Bauabschnitts von rund 80 qm für Werkstatt, hünfeldenweite Atemschutzpflege und Lagerraum. Dieser soll im Spätherbst 2010 abgeschlossen sein, so dass die Besucher des Brezelwürfelns an Silvester dann das Feuerwehrhaus in seiner endgültigen Form in Augenschein nehmen können. Für den zweiten Bauabschnitt sind Kosten von 200.000 Euro geplant.

Wehrführer Arndt Preußer freut sich vor allem darüber, dass bisher – abgesehen von einer kleinen Risswunde in der Hand eines Kameraden – während der gesamten Baumaßnahmen keine Unfälle geschehen sind. Schließlich hatte er dafür vorgesorgt: Thema des letzten Unterrichtsabends im alten Schulungsraums vor Beginn der Abrissarbeiten waren die „Unfallverhütungsvorschriften“ gewesen.

 

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Bau-01:

Manchmal half beim Abriss nur noch Muskelkraft, wie hier beim Entfernen der Wand zwischen Schulungsraum und alter Teeküche durch Roger Kuhlisch und Jannis Bergbrede.

 

 

Bau-02:

Auch die jungen Kameraden wie Kevin Roth, Dominik Feulner und Till Wenzhöfer waren regelmäßig auf der Baustelle im Einsatz; manch einer freute sich, mal ein echtes „Männerspielzeug“ bedienen zu dürfen, wie hier Tim Hannappel.

 

Bau-03:

Fachsimpeln am Betonmischer: Wehrführer Arndt Preußer übernahm ebenso wie Lothar Kopp gern alle anfallenden Tätigkeiten, um die Arbeiten voranzubringen.

 

Bau-04:

Als Profis bei den Maurerarbeiten waren auch Manfred Seel und Ralf Dowidat am Werk, hier im zukünftigen Umkleideraum.

 

Bau-05:

Auch hier war saubere Arbeit gefragt: Jan Barwig und Manuel Hannappel beim Beiputzen der Türzarge im Schulungsraum.

 

Bau-06:

Mit schwerem Gerät und vereinten Kräften ging es im Sommer an die knifflige Aufgabe, zwei Stahlträger von außen ins Gebäude einzuziehen. Herbert Weiser als Baukoordinator (rechts vom Gabelstapler) war überzeugt, dass die Feuerwehrleute es schaffen und dirigierte zentimetergenau.

 

Bau-07:

Die gesamte Stromversorgung musste neu verlegt werden, ebenso etliche Meter Telefon- und Netzwerkkabel; diese Arbeiten übernahm vor allem Jan Barwig, hier zusammen mit Jörg Reichardt.

 

Bau-08:

Mit dem Anbringen der Deckenplatten wie hier im Umkleideraum durch Jörg Reichardt kam langsam das Ende der Arbeiten in Sicht – auch für Frank Feulner, der nicht nur überall mit anpackte, sondern ebenso für die Organisation der Verpflegung zuständig war.

 

Bau-09:

Sorgfältig gearbeitet wurde bis zum Schluss, auch beim Tapezieren und Streichen im Schulungsraum durch Erik Wenzhöfer, Carsten Großmann und Klaus-Peter Jäger.